TikTok-Alternative Triller: Alle wichtigen Infos über die App

Weil TikTok ein US-Bann droht, erleben alternative Apps einen Boom. Ganz vorne mit dabei ist Triller. Hier erfährst du alles Wichtige über die Anwendung.
Was ist die Triller App?

Der Betreiber der Social-Media-App TikTok hat es aktuell nicht leicht. In Indien wurde die Anwendung bereits gebannt, nun könnte die USA folgen. Kein Wunder also, dass bereits zehntausende TikTok-User panisch nach einer guten Alternative suchen. Schaut man sich die Download-Charts an, profitieren vor allem vier Apps vom möglichen TikTok-Bann: Triller, Likee, Byte und Dubsmash. Besonders die Download-Zahlen der Triller-App sind in den letzten Wochen etwas um das Zwanzigfache in die Höhe geschossen. Die Anwendung ist TikTok tatsächlich sehr ähnlich und hatte bereits vorher eine ansehnliche User-Basis. Die TikTok-Nutzer, die nun herüberschwappen, könnten der App zum weltweiten Durchbruch verhelfen.

In diesem Beitrag werde ich daher Triller näher vorstellen. So könnte ihr euch ein Bild über die Anwendung machen – und falls es für euch relevant ist – darüber entscheiden, ob ihr wechseln wollt.

Was ist Triller?

Triller existiert seit 2015 und ist für Android als auch iOS verfügbar. Zu Beginn war die App nicht als Social-Media-Plattform gedacht, sondern als Videobearbeitungs-Tool. Nutzer konnten Videoschnipsel hochladen, die dann automatisch zu Musik synchronisiert wurden. Erst 2016, als die Anwendung musica.ly durch die Decke ging, kam man bei Triller auf die Idee, die App auszubauen. So wurde sie schliesslich nach und nach zur heutigen Anwendung, die im Wesentlichen wie TikTok funktioniert (die später ja musica.ly aufgekauft haben).

So präsentiert sich die App im Werbevideo:

Wie sieht die Triller-App aus?

In der Triller-App geht es ein bisschen bunter zu und her als bei TikTok. Violett- und Blautöne herrschen vor. Öffnet man die Anwendung, landet man wie bei TikTok in einem Video-Feed. Im Unterschied zum chinesischen Vorbild werden Clips aber nicht wiederholt. Ist ein Video komplett abgespielt, springt der Feed automatisch zum nächsten.

Triller App Benutzeroberfläche
Von links nach rechts: Musikcharts, Explorer-Page und Video-Feed (die Startseite, wenn man die App öffnet).

Der Aufbau der App ist im Wesentlichen wie bei TikTok: Es gibt eine Explorer-Page, den eigenen Aktivitätenverlauf und natürlich die Profilseite. Da Triller stärker auf Musik ausgelegt ist, gibt es ausserdem noch einen Extra-Feed, in welchem Musik-Charts zu finden sind. Dort kann man sich die Stücke (oder eher Ausschnitte davon) anhören und sie auch gleich für ein Video verwenden.

Bild zur Frage: Was ist die Triller App?
So sieht die Profilübersicht aus (links) und der Aktivitätenverlauf.

Was einem als deutschsprachiger User sicher schnell auffallen dürfte, ist, dass die Triller-App sehr schlecht ins Deutsche übersetzt wurde. Das führt dann schon mal dazu, dass einem nicht sofort klar ist, was mit einer Funktion genau gemeint ist. Hier müssen die Macher definitiv nochmals gründlich nachbessern.

Wie lange darf ein Video sein?

Meistens liest man, dass Videos auf Triller maximal 15 Sekunden lang sein dürfen. Das ist falsch. Videos auf Triller können sogar mehrere Minuten lang sein. Massgebend ist, welche Art von Video man macht. Klickt man in der App auf das Pluszeichen, um ein neues Video zu machen, hat man die Auswahl zwischen zwei Kategorien: Musik-Video und Social.

Das sieht in der App so aus:

Triller App: Maximale Länge der Videos?

Hier liegt dann auch der Irrtum begründet, wonach ein Triller-Video maximal 15 Sekunden lang sein darf. Wählt man nämlich Musik-Video, erscheint der Film-Interface – und dort ist die Länge auf 15 Sekunden voreingestellt. Klickt man aber auf Bearbeiten, kann man die Länge bis auf 49 Sekunden strecken.

Wählt man als Videoart Social (früher Vlog), kann man sogar ein Video von mehreren Minuten aufnehmen. Die offiziellen Triller-FAQ geben leider keinerlei Auskunft darüber, wie viele Minuten man mit einem Social-Video aufnehmen kann. Also habe ich die Aufzeichnung einfach so lange laufen lassen, bis das Maximum erreicht war und siehe da: Ich konnte ganze zehn Minuten aufnehmen.

So sehen die Nutzerobeflächen der zwei Kategorien aus:

Triller App: So lang darf ein Video maximal sein.
Links: Musik-Video, rechts Social. Wie ihr seht, habe ich bei Social auch nach 1:35 Minuten noch jede Menge Zeit für mein Video übrig.

Mit der Social-Video-Funktion hebt sich Triller erstmals von TikTok ab. Dort sind Videos weiterhin auf 60 Sekunden begrenzt. Das ergibt auch Sinn, denn es geht da auch um den schnellen Konsum. Dadurch, dass Triller aber längere Videos erlaubt, konkurrenziert es damit natürlich auch YouTube. Für Influencer könnte das durchaus ein interessanter Ansatz sein, wenn man eine Plattform hat, die beide “Videoformate” anbietet.

Wie viele Nutzer hat Triller?

Es gibt keine 100 Prozent verlässliche Zahlen. Bevor TikTok in den Fokus der US-Behörden gerückt ist (also etwa Anfang Juli), hatte Triller weltweit etwa 100 Millionen Downloads. Einen Monat später war die Triller-App weltweit in 85 Ländern auf Platz 1 der Download-Charts geschossen. Laut einer Pressemitteilung der Betreiberfirma soll Triller bereits anfangs August die Marke von 200 Millionen Downloads erreicht haben.

Natürlich heisst das nicht, dass die App auch diese Anzahl an Nutzern verzeichnen kann. Viele dürften Triller einfach aus Neugierde heruntergeladen haben, ob sie dann auch bleiben, ist eine andere Frage. Aktuell soll die App laut Entwickler acht Millionen täglich aktive User haben. Das ist im Vergleich zu TikTok, die 33 Millionen aktive User pro Tag haben, noch nicht sehr viel. Allerdings zeigt die Statistik von TikTok auch, dass es manchmal sehr schnell gehen kann: Schaut man sich an, wann TikTok zuletzt acht Millionen tägliche Nutzer hatte, kommt man auf den März 2018. Das ist nicht sehr lange her und zeigt, das Triller durchaus das Potenzial hat, richtig gross zu werden.

In der DACH-Region noch wenig verbreitet

In der deutschsprachigen Region ist Triller noch nicht sehr verbreitet. Im Play Store wird zwar eine Download-Anzahl von zehn Millionen angezeigt, allerdings merkt man in der App schnell, dass da noch nicht viel deutschsprachiger Content ist. Es bleibt also jetzt spannend, ob sich das in den nächsten Wochen ändern wird. Dass Influencer oder solche, die es gerne werden möchten, die Plattform zumindest einmal ausprobieren werden, dürfte klar sein.

Die App-Übersicht in Googles Play Store.

Bekannte Firmennamen, zumindest aus dem DACH-Raum, findet man aber vergebens. Ich rechne auch nicht damit, dass sich dies schnell ändern dürfte, da viele Unternehmen bereits mit TikTok als neue Plattform überfordert sind. Ich schätze, dass die Download-Zahlen in der DACH-Region zumindest kurzfristig ansteigen werden, weil nun immer mehr Medien über Triller berichten.

Wer steckt hinter Triller?

Der grosse Vorteil von Triller ist, dass die gleichnamige Betreiberfirma Triller LLC aus den USA kommt. Damit muss die App schon mal nicht befürchten, in den Vereinigten Staaten gebannt zu werden. Tatsächlich hat US-Präsident Trump sich mittlerweile offiziell auf Triller registriert. Das gibt wohl auch Investoren Zuversicht, wodurch Triller kürzlich einiges an finanziellen Mitteln generiert haben soll. Die Aktienmehrheit hält Triller aber nicht selbst, sondern eine Firma namens Proxima Media. Diese hat laut Website ein Investitionsvolumen von 25 Milliarden US-Dollar. In der Vergangenheit haben sie vor allem in Hollywood-Blockbuster wie The Fast and the Furious investiert.

Zu den Investoren gehören auch viele Musiker. Unter anderem ist bekannt, dass The Weeknd, Snoop Dogg, Kendrick Lamar und DJ Marshmello in Triller investiert haben. Die Musiker fungieren dabei auch gleich als Promoter, was der App natürlich doppelt nützt.

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