Mit der App Too Good To Go rettest du Essen vor dem Abfalleimer – und sparst auch noch Geld

Too Good To Go App Schweiz
Bild: Too Good To Go/pascalfertiglos.ch

Weggeworfene Lebensmittel sind ein Problem. Jeden Tag werden in der Schweiz Esswaren entsorgt, die eigentlich noch einwandfrei wären. Das nervt mich. Aber was kann man dagegen machen? Nun, beispielsweise die App Too Good To Go benutzen. Diese hilft nämlich tatsächlich dabei, einwandfreies Essen vor dem Wegwerfen zu bewahren.

Weltweit hat die App, laut Aussage der App-Entwickler, über zehn Millionen Mahlzeiten vor dem Abfalleimer gerettet. Auch in der Schweiz hat die App bereits erste Erfolge erziehlt: Rund 200’000 Mahlzeiten konnten vor dem Wegwerfen bewahrt werden.

Was macht Too Good To Go genau?

Die App vermittelt euch Essen von Restaurants und Läden, welches kurz vor dem Ablaufen ist. Dieses könnt ihr dann zu einem reduzierten Preis kaufen. Bei der Aktion machen unterdessen richtig viele Anbieter mit. Dabei sind aber nicht etwa nur kleine Dorfläden oder Restaurants dabei, sondern richtig bekannte Namen. In Luzern könnt ihr zum Beispiel ein günstiges Menü im World Café des KKL bekommen. Oder ihr gönnt euch einmal richtig feines Sushi aus dem Yooji’s am Bahnhof Luzern. Auch ansonsten sind mit der Bäckerei Hug, Dean & David und sogar der Migros einige bekannte Restaurant- und Ladenketten dabei. Dabei könnt ihr bei der Migros beispielsweise sogar Lebensmittel aus der Gemüseabteilung vor dem Abfall retten.

Das offizielle Werbevideo der App:

So funktioniert Too Good To Go

Als erstes müsst ihr euch natürlich die App im Play Store oder App Store herunterladen. Danach noch kurz registrieren und es kann los gehen.

Erst einmal müsst ihr ein paar Einrichtungen finden, welche bei Too Good To Go mitmachen. Dafür könnt ihr einfach per GPS euren Standort angeben und schon zeigt euch die App an, welche Geschäfte in eurer Nähe mitmachen. Wenn ihr der App euren Standort nicht freigeben möchtet, geht das natürlich auch. In diesem Fall könnt ihr einfach eine Ortschaft manuell definieren – in meinem Fall ist das natürlich Luzern.

Too Good To Go App Schweiz
Bild: Too Good To Go

Ist das erledigt, könnt ihr euch durch die Liste der Geschäfte durchscrollen. Oben rechts seht ihr immer, wie viele Portionen es noch zu retten gibt. Was diese kosten und beinhalten, unterscheidet sich von Anbieter zu Anbieter. Auf jedenfall werdet ihr nicht im Voraus wissen, was ihr bekommt, wenn ihr euch dazu entscheidet, eine Portion vor dem Wegwerfen zu retten. Schon klar, bei Yooji’s erahnt man natürlich, dass man etwas Asiatisches bekommen wird. Vermutlich wird man mit einer Tasche voller Sushi aus dem Laden spazieren. Es kann aber genausogut sein, dass man ein Nudelgericht oder Edamame bekommt.

So läuft das Kaufen und Bezahlen ab

Wollt ihr Lebensmittel retten, müsst ihr euch natürlich erstmal einen Anbieter aussuchen, bei dem noch etwas zu retten ist. Geht ihr dann auf die Detailseite, seht ihr, was ihr für den angegebenen Preis bekommt. Nicht falsch verstehen: Es steht nicht, was ihr genau bekommt, weil das ja nicht voraussehbar ist. Aber es steht in etwa, mit was ihr rechnen könnt und wie viel der ursprüngliche Verkaufswert betrug. So seht ihr also auch gleich, wie viel Geld ihr spart.

Too Good To Go App Schweiz
Bild: Too Good To Go

Bezahlt wird dann ganz bequem per Kreditkarte, Sofortüberweisung, Paypal oder Google Pay. Die Bezahlung läuft jeweils superschnell ab. Vor dem definitiven Kauf werdet ihr noch einmal darauf hingewiesen, dass ihr eine Überraschungsmahlzeit erhaltet. Ist der Kauf dann bestätigt, erhaltet ihr eine virtuelle Quittung. Diese müsst ihr dann beim Abholen vorweisen, damit der Anbieter die Abgabe bestätigen kann.

Praktisch ist auch, dass die App euch per Push-Benachrichtigung darauf hinweist, wann ihr eure Lebensmittel abholen müsst. Nicht, dass ihr das vor lauter Stress noch vergesst.

Vor- und Nachteile der App

Das Dümmste, was einem hier natürlich passieren könnte, ist, dass man das, was man bekommt, nicht mag und dann entsorgt. Das wäre natürlich völlig kontraproduktiv, schliesslich geht es bei Too Good To Go darum, Essen zu retten. Darum schaut, dass ihr am besten dort Essen rettet, wo ihr auch wisst, dass ihr es mögt.

Nach meiner Erfahrung sind die Anbieter auch oft ziemlich zuvorkommend und lassen einen sogar wählen, was man möchte. Das ist auf der einen Seite toll, auf der anderen natürlich auch schlecht, denn eigentlich sollte ja nicht soviel ablaufen, dass man noch auswählen kann. Aber so ist das leider heutzutage in der Schweiz: Es wird die volle Auswahl bis Ladenschluss erwartet, was zu viel mehr Food Waste führt als nötig.

Too Good To Go App Schweiz
Auswahl gibt es mehr als genug. | Bild: Too Good To Go

Ein weiterer Nachteil, wenn man so will, ist, dass die ablaufenden Lebensmittel oft erst sehr spät abgeholt werden können. Das ist natürlich nachvollziehbar, immerhin versuchen die Läden die Lebensmittel bis zuletzt zu verkaufen. Wenn man dann aber beispielsweise in gewissen Restaurants erst um 23:00 Uhr etwas abholen kann, dürfte das für viele zu spät sein.

Allerdings muss man auch sagen, dass die App in erster Linie dazu gedacht ist, Leute, die spät abends noch Hunger haben, günstig Essen zu vermitteln, welches sonst weggeworfen würde. Eigentlich sollte man die App nicht dazu nutzen, einfach nur günstiger an Essen zu kommen, dass man auch sonst kaufen würde. Verhindern kann man das natürlich nicht und ich muss zugeben, dass auch ich das so mache. Bisher habe ich mir immer Essen mit Too Good To Go besorgt, damit ich für den nächsten Tag etwas habe. Warum auch nicht, immerhin rettet man auch so Lebensmittel.

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