First World Problems: Was fängt man mit sechs Wochen Ferien an?

Ich hätte niemals gedacht, dass ich mal so einen Beitrag schreiben werde. Ich stehe vor dem “Problem”, dass ich in diesem Jahr sechs Wochen Ferien habe und nicht recht weiss, was ich damit anfangen soll. Es ist nicht so, dass ich keine Ferien möchte, aber irgendwie bin ich gerade so null motiviert, mich irgendwie damit auseinanderzusetzen, wie und wo ich meine Ferien verbringen soll.

Kommt noch hinzu, dass ich dieses Jahr wohl alleine in die Ferien gehen werde/muss, was für mich ein Novum ist. Es ist nicht so, dass permanent Leute um mich herum brauche. Eigentlich bin ich sogar eher ein Einzelgänger, dennoch kann ich mich nicht erinnern, schon einmal alleine in den Ferien gewesen zu sein.

Was macht man also, wenn man alleine in die Ferien geht? Ich ziehe Kultur dem Strand vor, bin aber eher introvertiert. Keine gute Voraussetzung, um alleine irgendwohin zu gehen. Trotzdem gibt es da natürlich das eine oder andere, was ich gerne tun würde – und bisher wohl einfach noch nicht den Mut (oder das Geld?) dazu hatte.

Ein Masterplan muss her

Mein Problem ist, dass ich gar noch nicht so recht weiss, wann ich Ferien möchte. Momentan habe ich mir drei Wochen für den Mai eingeteilt, weil ich das musste. Mein Arbeitgeber wollte, dass wir bis Ende Januar mindestens die Hälfte unseres Ferienguthabens eingegeben haben. Also hab ich eben einfach mal was für den Mai angegeben. Was ich da aber genau tun will? Keine Ahnung! Ich habe aktuell drei Ideen, die mir im Kopf herumschwirren:

1. Der lange Aufenthalt in Neuseeland

Reise nach Neuseeland
Einmal Mittelerde besuchen muss schon drinliegen. | Bild: Sangga Rima Roman SeliaUnsplash

Was ich schon lange einmal machen möchte, ist, nach Neuseeland zu gehen – und zwar für zwei bis drei Monate. Für dieses Jahr kommt das aber nicht infrage, da ich dafür unbezahlten Urlaub nehmen müsste. Und im Moment wäre das wohl noch eine zu grosse finanzielle Belastung.

2. Das Leben als digitaler Nomade ausprobieren

Digitaler Nomade sein
Schön kitschig, diese Vorstellung. | Bild: Johnson WangUnsplash

Meine zweite Idee: Irgendwohin, wo es mir gefällt, in ein fancy Airbnb oder Hotel und dort drei, vier Wochen etwas umherstreifen und bloggen. Im Prinzip ein bisschen ausprobieren, wie sich das Leben als digitaler Nomade anfühlen könnte. Freiberuflich schreiben und nicht standortgebunden zu sein, wäre definitiv etwas, das mir gefallen würde. (Auch wenn sich solche Sachen in der Theorie natürlich immer besser anhören, als in der Praxis).

3. Mit dem Zug durch Europa

Mit dem Zug durch Europa
Bild: Sangga Rima Roman SeliaUnsplash

Das ist wohl meine bisher verrückteste Idee. Ich hab mir überlegt, nach England zu fliegen und dann von dort aus mit dem Zug durch Europa zu pendeln. Ich bin bereits letztes in Schottland von einer Stadt zur anderen gependelt und es hat mir richtig gut gefallen. Zug fahre ich sowieso gerne und so würde ich auch etwas neue Landschaften sehen.

Dabei habe ich mir zwei Möglichkeiten überlegt:

  1. Ich plane alles im Voraus, also buche alle Hotels oder Airbnbs und alle Fahrten. Das wäre eigentlich der sichere Weg und das, was ich normalerweise tun würde.
  2. Ich fliege einfach mal nach England und buche mir für die ersten drei Tage ein Hotel. Und dann gucke ich spontan, wohin die Reise geht und buche alles nach und nach. Das wäre die spontane Variante, die (für meine Verhältnisse) doch ziemlich mutig wäre. Aber irgendwie reizt es mich schon, auch wenn ich mich dann wohl verfluchen würde, wenn ich nach drei Tagen in England keinen Plan hätte, wie es weiter geht.

Im Moment tendiere ich schwer zur Variante mit dem Zug. Irgendwie hat es für mich etwas sehr Reizvolles, quer durch Europa zu fahren. Dabei etwas bloggen oder aus dem Fenster gucken und träumen. Klingt vermutlich etwas naiv, aber hey, manchmal darf man das auch sein, oder?