Letzthin war ich auf TikTok und bin da über ein Video gestolpert, das bis jetzt über 58 Millionen Views hat. Darin ist eine Influencerin zu sehen, die mit ihrem Smartphone ein anderes Smartphone antippt und so ihre sozialen Profile teilt:

@popl.co

HOW DID SHE DO THAT!! @endiccii with her new Popl. ##poplchallengue ##newtech ##technology ##foryou ##fyp ##instant

♬ original sound – popl.co

Natürlich erklärt einem das Video nicht, wie sie das gemacht hat, denn immerhin soll man schön auf das Profil gehen und das selber herausfinden. Mir war klar, dass es hier wohl etwas verkauft werden will. Meine Vermutung: Die Infos über die Profile wird via dem runden Button, der hinten auf dem Smartphone klebt, übertragen. Höchstwahrscheinlich via NFC.

Kurze Zeit später bestätigt sich meine Vermutung: Die runden Buttons sind tatsächlich mit einem NFC-Chip versehen und dienen dazu, Infos über die sozialen Profile zu übertragen. Im Wesentlichen keine bahnbrechende Idee – dennoch muss man erst einmal darauf kommen.

Eine Idee mit Potenzial – aber auch einer Schwäche

Ich mag neue Dinge und auch wenn jetzt die Idee hinter Popl nicht weltbewegend ist, hat sie doch ihre Daseinsberechtigung. Ich kann mir gut vorstellen, dass vor allem Teenager diese runden Popls super finden. Und wenn ich ehrlich bin, find ich die Dinger auch ziemlich witzig und habe mir tatsächlich schon überlegt, eines zu kaufen.

Was ich mich allerdings frage, ist, warum man extra ein Popl braucht, um die Infos zu übertragen? Immerhin hat jedes moderne Handy bereits einen NFC-Chip integriert. Ich kann es mir nur damit erklären, weil beispielsweise Apple Drittanbietern keinen Zugriff auf die NFC-Schnittstelle gewährt. Ausserdem dürfte es so einfacher sein, als wenn man die Technologie an die unzähligen Smartphone-Modell anpassen muss.

Sollten Popl allerdings so richtig Erfolg haben – und ich kann mir das durchaus vorstellen – könnte es gut sein, dass Google das einfach in sein Android integriert. Damit hätte Popl dann natürlich ein Problem.

Wie funktioniert Popl genau? Ein paar Hintergrundinfos

Seien Popl-Chip (ich nenn den jetzt einfach mal so) in Betrieb zu nehmen ist relativ einfach. Die Infos über seine sozialen Profile liegen nämlich nicht auf dem Chip, sondern auf der Website von Popl. Auf einer speziellen Seite von Popl muss man den erhaltenen Popl registrieren. Jeder Popl kommt dabei mit einem eigenen Pin, den man nur für diesen Chip verwenden kann.

Popl soziale Profile per NFC teilen.

Hat man seinen Popl registriert, hinterlegt man einfach seine gewünschten sozialen Profile. Aktuell kann man folgende Profile hinterlegen:

  • Instagram
  • Facebook
  • Snapchat
  • Twitter
  • TikTok
  • LinkedIn
  • YouTube
  • WhatsApp
  • Soundcloud
  • Apple
  • Venmo
  • Text
  • Spotify
  • Cash App
  • oder eine Website

Übermittelt man die hinterlegten Infos seines Popl an ein anderes Handy, poppt dort eine Push-Nachricht auf. Klickt man auf diese, leitet es einem auf die Website von Popl weiter, wo die Profildaten hinterlegt sind. Alternativ kann man auch einstellen, dass beim Anklicken der Push-Nachricht direkt auf ein ausgewähltes Profil weitergeleitet wird.

Das sieht dann so aus:

Ein Nachteil von Popl ist, dass bei Android-Smartphones vermutlich erst oft NFC aktiviert werden muss, ansonten klappt die Übertragung nicht. Bei iPhones ist NFC standardmässig aktiviert. Da stellt sich natürlich die Frage, ob man sein Profil nicht einfach mündlich mitteilen möchte, statt den gegenüber erst anzuhalten, sein NFC zu aktivieren.

Das kostet ein Popl-Chip

Wer sich nun ein Popl kaufen will, hat die Wahl zwischen vier verschiedenen Farben: Weiss, Blau, Schwarz und Magenta. Ganz günstig sind die Popl nicht: 14.99 Dollar kostet ein Stück. Ich hab natürlich keinen Vergleichswert, dennoch hätte ich jetzt geschätzt, dass die Dinger weniger als zehn Dollar kosten.

Immerhin verschickt das Start-up weltweit, also theoretisch auch in die Schweiz. Das Porto dürfte vermutlich dementsprechend hoch sein. Die Lieferzeit gibt das Start-up mit rund zwei bis drei Wochen an.

Ich bin jedenfalls gespannt, ob sich Popl etablieren kann und auch nach Europa kommt. Im deutschsprachigen Raum dürfte es zumindest ganz witzig werden, wie die Jugendlichen auf den Namen reagieren.