Ja, ich bin etwas hinterher. Vor beinahe zwei Wochen hat HMD Global gleich drei neue Nokia-Smartphones präsentiert:

  • das Nokia 8.3 5G
  • das Nokia 5.3
  • das Nokia 1.3

Nebst den drei Smartphones hat auch die klassische Handy-Sparte mit dem Nokia 5310 Zuwachs bekommen. Da ich in der Vergangenheit immer wieder Nokia-Smartphones testen konnte, habe ich die Präsentation natürlich aufmerksam verfolgt.

Bild: HMD Global

In diesem Beitrag möchte ich euch nun etwas über die Geräte auslassen und euch meine erste Einschätzung schildern. Da ich bisher noch keines der Geräte in der Hand hatte, werde ich mich an den Daten und Bildern orientieren müssen, die HMD Global zur Verfügung stellt. Spass macht das trotzdem.

Fangen wir an!

Nokia 8.3 5G

Ein sehr spannendes Gerät! HMD Global hat mit dem Nokia 8.3 sein erstes 5G-Smartphone präsentiert und greift damit preislich gleich an: nur 599 Franken soll es kosten. Für ein 5G-Smartphone ist das aktuell ein fast unschlagbarer Preis. Einzig das Samsung A90 5G kann da mit rund 650 Franken einigermassen mithalten.

Nokia 8.3 5G Infos und Einschätzung
Bild: HMD Global

Fairerweise muss man aber auch sagen, dass das Nokia 8.3 technisch nicht ganz mit teuren 5G-Smartphones mithalten kann. So gibt es beispielsweise kein OLED-Display und auch beim Prozessor gibt es “nur” einen Snapdragon 765G. Das muss aber nicht schlecht sein, denn schlussendlich kommt es darauf an, wie die Hardware auf Android abgestimmt ist. Ein besserer Prozessor heisst nicht automatisch, dass das Handy auch merklich schneller ist.

Wie gut das LCD-Display ist, muss sich zeigen. Ich hoffen natürlich, dass es nicht wieder die gleichen Probleme wie beim Nokia 7.2 gibt, wo das Display im PureView-Modus nicht richtig funktionieren wollte. Bei einem späteren Update wurde die Funktion dann schlicht deaktiviert.

Das Gerät in seiner vollen Pracht (zum Vergrössern anklicken):

Das ist mir positiv aufgefallen

Das 8.3 ist unverkennbar ein Nokia und bleibt damit der Design-Linie der neueren Geräte treu. Farblich scheint mir das Nokia 8.3 wieder einmal ein richtig schönes Gerät zu sein, ähnlich wie das Nokia 7.2. Beim runden Kameramodul bin ich mir noch nicht sicher, ob es mir wirklich gefällt oder nicht. Oft wirkt ein solch prägendes Design-Element in der Realität völlig anders als auf den Promobildern. Tendenziell gefällt mir das Modul auf den Rendern aber besser als beispielsweise beim Huawei Mate 30 Pro.

Was mir aber bei der Durchsicht der Produktseite des Nokia 8.3 so richtig gefallen hat, sind folgende drei Dinge:

  • Filmeffekte im Videomodus
  • Makrolinse bei der Kamera
  • Fingerprintsensor in der Power-Taste

Bitte lass die Makrolinse gut sein

Wer mich bereits ein bisschen kennt weiss: Ich liebe Makrolinsen. Ginge es nach mir, müsste jedes Top-Handy eine Makrolinse verbaut haben. Ich nutze die Makrolinse meines Huawei P30 Pro regelmässig und auch beim Test des Oppo Reno 2 war ich sehr angetan vom Makromodus.

Nun kommt also HMD Global und packt eine Makrolinse in sein Nokia 8.3 – ich könnte nicht glücklicher sein. Die grosse Frage ist natürlich: Wie gut ist diese. Oppo kam beispielsweise nicht ganz an die Qualität von Huawei heran. Das Reno 2 hatte oft etwas Mühe mit dem Scharfstellen, während das P30 Pro problemlos fokussiert hat. Wo wird sich also das Nokia 8.3 einfügen? Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass man Huawei schlägt, andererseits wäre es natürlich eine freudige Überraschung.

Filmeffekte für den Videomodus? Ich bin gespannt!

Nokia 8.3 Kamera
So soll das dann aussehen. | Bild: HMD Global (Screenshot Nokia-Webiste)

Auf seiner Website schreibt HMD Global:

“Filme wie ein Profi, ohne einer sein zu müssen – dank der integrierten Filmeffekte von ZEISS. Füge deinem Filmmaterial mühelos anamorphe und blaue Lichtreflexe hinzu, um ganz einfach eine gigantische Optik zu erzielen.”

Das klingt in erster Linie natürlich nach einer Software-Spielerei – aber einer interessanten. Filme, die Anamorph gefilmt wurden haben einen gewissen Charme und sehen meist einfach besser aus. Richtig Anamorph filmen wird das Nokia 8.3 zwar nicht, aber wenn HMD es richtig gemacht hat, könnte das durchaus einen neuen Trend bei Handy-Videos einläuten. Ich bin also sehr gespannt, ob die beiden Effekte etwas taugen.

Endlich kein Fingerprint mehr auf der Rückseite

Ich hatte schon etwas Angst, dass Nokia erneut einen Fingerabdrucksensor auf der Rückseite verbaut. Das war eine Zeit lang in Ordnung, doch ich merke nun langsam, dass mich diese Positionierung immer mehr nervt. Vor allem, seit Fingerabdrucksensoren im Display verbaut werden. Eigentlich hätte man das auch beim Nokia 8.3 erwarten können, aber nach dem Fingerabdruck-Fail beim Nokia 9 scheut sich HMD Global anscheinend davor.

Nokia 8.3 Fingerabdruck-Scanner
Bild: HMD Global (Screenshot Nokia-Website)

Nun hat man sich also dafür entschieden, den Sensor im Power-Button unterzubringen. Das finde ich eine gute Lösung. Ich bin sogar ein ziemlicher Fan von seitlich angebrachten Fingerabdrucksensoren, denn es ist einfach die beste Position für den Daumen. Huawei verwendet das beispielsweise bei seinem Mate Xs und dort hat es mich nicht ein einziges Mal gestört.

Das gefällt mir weniger

Auf den ersten Blick gibt es eigentlich nichts, was mich so richtig stört. Schade finde ich, dass es HMD noch immer nicht geschafft hat, die Vorderseite komplett randlos zu gestalten. Nein, ich brauch keine abgerundeten Kanten, aber der schwarze Balken unten müsste nun doch nicht sein. Wenn ich mir dann zum Beispiel das Reno 2 anschaue, das weniger als 500 Franken kostet und komplett randlos ist, dürfte man das also schon auch vom Nokia 8.3 erwarten.

Beim Gewicht bin ich auch noch etwas skeptisch. 220 Gramm ist nicht wenig. Ich hatte eben erst das Samsung Galaxy S20 Ultra 5G ein paar Tage in Gebrauch, welches ebenfalls so viel wog. Das ist ein Gewicht, das man im Alltag nicht so einfach ausblenden kann, auch nach mehreren Tagen nicht. Hier wird entscheidend sein, wie schlank das Gehäuse ist. Ansonsten wird das eine sehr wuchtige Angelegenheit.

Und dann wäre da noch die doofe Google-Assistant-Taste. Ja ich weiss, das ist Geschmacksache, aber das Ding hat mich beim Nokia 7.2 und auch beim LG V50 ThinQ genervt. Ich brauch den Google Assistant nicht, komme aber andauernd auf die Taste und starte ihn so aus Versehen. Meine eigenen Dummheit? Vielleicht. Es gibt sicher Leute, welche die Taste superpraktisch finden …

Nokia 5.3

Das Nokia 5.3 sieht ein bisschen wie das kleinere Modell des Nokia 8.3 aus. Im Gegensatz zum neuen “Flaggschiff” gibt es das 5.3 in drei Farben – unter anderem in einem Goldbraun, das bei Nokia schlicht “Sand” heisst. Eine spezielle Farbe, die mir aber irgendwie noch gefällt. Es bietet zumindest eine schöne Abwechslung zu den Grün- und Blautönen, die sich sonst im Portfolio von Nokia wiederfinden.

Nokia 5.3 Infos und Farben
Bild: HMD Global

Das gefällt mir

Beim Nokia 5.3 gibt es für mich eigentlich nur etwas, das für mich auf den ersten Blick herausgestochen hat: die Akkulaufzeit. Angeblich soll diese beeindruckende zwei Tage betragen. Ich schreibe beeindruckend, weil ich bisher noch kein Smartphone erlebt habe, das das schafft. Zumindest nicht bei meiner intensiven Nutzung. Leider unterscheidet sich die Theorie hier immer von der Praxis.

Das Nokia 8.5 in der Farbe “Sand” (zum Vergrössern anklicken):

HMD Global behauptet nun aber, dass die zwei Tage Akkulaufzeit nicht unter Laborbedingungen, sondern unter realen Bedingungen getestet wurde. Die aktive Nutzung soll dabei fünf Stunden pro Tag betragen haben und Gaming, Video-Streaming, Surfen, Telefonieren und das Verwenden von Apps enthalten haben. Wenn diese Behauptung wirklich stimmt, wäre das natürlich richtig toll. Ich verwende mein Handy etwa drei bis fünf Stunden pro Tag, also müsste es selbst bei mir zwei Tage durchhalten. Das wäre wirklich mal eine erfreuliche Neuerung.

Das gefällt mir weniger

Ich muss zugeben, auf den ersten Blick finde ich nichts, dass mich wirklich stört. (Okay, der Google-Assistant-Button. Haha).

Nokia 1.3

Ja, viel gibt es von meiner Seite zum Nokia 1.3 nicht zu sagen. Ein Einsteigermodell, das seinen Dienst sicher zuverlässig verrichten wird. Mit einer Display-Diagonale von 5.71 Zoll hat es auch eine angenehme Grösse, was bei Leuten, die einfach nur ein günstiges Smartphone möchten, sicher gut ankommt.

Nokia 1.3 Infos zum neuen Smartphone
Bild: HMD Global

Skeptisch bin ich bei der Aussage, wonach man auch bei schwachem Licht, respektive, wenn es draussen Dunkel ist, gute Fotos machen soll. Das war in meinen bisherigen Tests immer der Schwachpunkt bei Nokia-Geräten. Natürlich wäre es toll, zu sehen, dass man sich hier merklich verbessert hat.

Das Nokia 1.3 in der Farbe Charcoal (zum Vergrössern anklicken):

Den Google-Assistant-Button gibt es auch wieder hier, aber da gehe ich jetzt nicht noch einmal darauf ein. Hübsch finde ich die geriffelte Rückseite. Das ist in der Einsteigerklasse eine erfrischende Abwechslung und verleiht dem Gerät sogar etwas Wertiges. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie sich die Rückseite in echt anfühlt.

Nokia 5310 (2020)

Nokia 5310 Tasten-Handy
Bild: HMD Global

Ein hübsches Gerät, das für alle Puristen ist, die einfach nur telefonieren und ab und zu eine Nachricht verschicken wollen. Trotzdem hat man die Möglichkeit, via externer SD-Karte, Musik auf das Gerät zu packen. Das ist doch nett. Schade finde ich, dass nur eine 32-GB-Karte unterstütz wird. Immerhin 64 GB wäre hier angebracht gewesen. Andererseits: Für 41 Franken kann man wohl nicht viel mehr erwarten.

Die Farbvariante White (zum Vergrössern anklicken):

Mir gefällt’s optisch auf jeden Fall, besonders die weisse Variante. Ich könnte mir beispielsweise gut vorstellen, dieses Handy meiner Mutter zu kaufen. Sie will nicht mal WhatsApp nutzen, hört aber gerne Musik. Da wäre das Nokia 5310 vielleicht sogar ideal für sie.