Huawei bringt gleich zwei neue Smartphones auf den Markt

Huawei hat aktuell ein bisschen Probleme, was die Google-Zertifizierung von neuen Smartphones anbelangt. Wer jetzt aber dachte, dass das die Chinesen davon abhält, neue Smartphones in Europa auf den Markt zu bringen, irrt. Für die Schweiz hat Huawei sogar gleich zwei neue Smartphones angekündigt: das Huawei P Smart Pro und das Huawei P30 Lite New Edition. Beide Geräte kommen mit Google-Diensten, was natürlich in Anbetracht der aktuellen Situation überrascht.

Schaut man sich die Geräte etwas näher an, merkt man dann auch rasch, wie Huawei das geschafft hat: indem sie den beiden letztjährigen Modellen P Smart Z und das Honor 9X ein Update verpasst haben. Damit sind die Geräte also nicht komplett neu, sondern überarbeitete Varianten bereits bestehender Geräte. Wirklich tragisch ist das aber nicht, denn das Hardware-Paket, das Huawei bei beiden Handys geschnürt hat, ist auf den ersten Blick nicht schlecht – zumal beide Geräte preislich eher niedrig ansetzen.

Das gibt’s beim Huawei P Smart Pro

Huawei P Smart Pro - eines von zwei neuen Handys
Bild: Huawei

Das Huawei P Smart Pro kommt mit einer 48-MP-Dreifachkamera auf der Rückseite daher, die durch die Kamerasoftware mit AI tolle Ergebnisse liefern soll. Ob das tatsächlich so ist, muss sich noch zeigen, aber da Huawei bei Kameras zu den Top 3 gehört, dürfte die Qualität stimmen.

Interessant wird’s, wenn man sich das Handy von vorne anschaut. Hier präsentiert sich einem ein fast randloses Display, da Huawei die Selfie-Kamera des P Smart Pro ins Gehäuse verfrachtet hat. Schaltet man in den Selfie-Modus, fährt die Kamera ganz einfach aus dem oberen Rand heraus. Geknipst wird mit 16 MP auf der Vorderseite. Ähnlich wie beispielsweise beim Oppo Reno 2 fährt die Selfie-Kamera automatisch ein, sollte man das Handy fallen lassen.

Huawei P Smart Pro Popup-Selfie-Kamera
Bild: Huawei

Ansonsten unterscheidet sich das Huawei P Smart Pro vom Honor 9X äusserlich vor allem in der Farbgebung und der Platzierung des Fingerabdrucksensors. Dieser ist neu an der rechten Seite angebracht. Man hat also eine Taste, die als Ein/Ausschalter und Fingerabdrucksensor fungiert – was ich ziemlich cool finde.

Huawei P Smart Pro Display
Bild: Huawei

Ansonsten hat Huawei beim P Smart Pro nicht viel verändert, ansonsten hätte man wohl die Google-Zertifizierung verloren. Beim Chip gibts den gleichen wie beim Honor 9X, genauso beim internen Speicher. Erhöht hat Huawei dafür den Arbeitsspeicher: Das P Smart Pro hat 6 GB RAM verbaut. Beim Honor 9X gab es zwar auch eine Variante mit 6 GB RAM, wenn ich mich nicht irre, ist aber bei uns nur die 4-GB-Variante erschienen.

Honor 9X
Das Honor 9X. | Bild: Honor

Auch der Akku bleibt mit 4000 mAh gleich, was aber sicher reichen dürfte, um locker durch den Tag zu kommen. Farblich setzt Huawei auf klassisches Schwarz und die Trendfarbe Breathing Crystal, die es beispielsweise schon beim Huawei P30 Pro gibt.

Preislich wird das P Smart Pro von Huawei mit einer unverbindlichen Preisempfehlung von 299 Franken ins Rennen geschickt. Damit wird es zu einem sehr interessanten Mittelklassegerät und tritt beispielsweise gegen das Nokia 7.2 an. Meinen Test zu diesem Gerät findet ihr übrigens hier.

Die Frage ist natürlich, ob es sich lohnt, das P Smart Pro zu kaufen, wenn es praktisch dem Honor 9X entspricht. Ich habe mir kurz die Preise des Honor 9X angeschaut und musste dabei feststellen, dass es nur noch gerade in einem Shop zu kaufen ist – dort aber für 240 Franken. Das ist sicher kein schlechter Deal. Bei Digitec ist das Gerät zwar auch noch gelistet, aber die Lieferzeit beträgt drei bis vier Wochen. Für mich ein Anzeichen, dass das Gerät wohl aus dem Sortiment genommen wird, damit es das P Smart Pro nicht konkurriert.

Es dürfte aber auch sehr wahrscheinlich sein, dass die UVP von 299 Franken relativ rasch unterschritten wird. Und dann kriegt man für ein paar Franken mehr als das Honor 9X eine neue, schöne Farbe, einen seitlichen Fingerprintsensor und 6 GB RAM. Braucht es zwar alles nicht, aber “nice to have” ist es allemal.

Das gibt’s beim Huawei P30 Lite New Edition

Huawei P30 Lite New Edition - eines von zwei neuen Handys
Bild: Huawei

Auch das Huawei P30 Lite New Edition hat ein paar kleine Updates erhalten, um es als neues Gerät zu vermarkten. Aktualisiert wurde die Selfie-Kamera, der interne Speicher und der Arbeitsspeicher. Auch bei der New Edition gibt es nun die Trendfarbe Breathing Crystal, die Huawei sozusagen “erfunden” hat.

So unterscheiden sich das P30 Lite und das P30 Lite New Edition

Ansonsten gibt es keine Unterschiede bei der Hardware, wenn ich mich nicht verguckt habe. Wie schon beim P30 Lite kriegt man auf der Rückseite eine Dreifach-Kamera, die mit bis zu 48 Megapixel auflöst. Beim Prozessor gibts logischerweise nicht den allerbesten, aber genug schnell ist er trotzdem, davon konnte ich mich selbst überzeugen.

Huawei P30 Lite New Edition
Bild: Huawei

Das Huawei P30 Lite New Edition ist ab sofort für eine UVP von 349 Franken erhältlich. Bei einer kurzen Preisrecherche habe ich erfreulicherweise festgestellt, dass das Gerät aber bereits unter 300 Franken gefallen ist. So kriegt man die Frabe Breathing Crystal beispielsweise bei Brack schon für 299 Franken.

Wem etwas mehr Speicherplatz, Arbeitsspeicher und eine bessere Selfie-Kamera nicht so wichtig sind, bekommt noch immer das P30 Lite ab rund 245 Franken in diversen Online-Shops.

Übrigens: Falls das Handy auch etwas mehr kosten darf, kann ich euch das Huawei P30 sehr empfehlen. Ich nutze es aktuell selbst und finde es aktuell eines der besten Kamera-Handys für unter 500 Franken.